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Neues aus der Sprechstunde

Bluthochdruck bei der Katze – häufiger als man denkt. 

Neueste Studien haben ergeben, dass 31 % aller Katzen unter Bluthochdruck leiden. Je nach Ausmaß des Bluthochdrucks hat dieses Phänomen Auswirkungen auf viele andere Organe. Dieses sollte vermieden werden.   Da der Blutdruck meistens durch eine andere Grundursache ansteigt, ist hier die weiterführende Diagnostik sehr wichtig. Die häufigste Ursache bei der Katze stellt die chronische Niereninsuffizienz dar. Weitere zunehmende Ursachen wären die Schilddrüsenüberfunktion, der Diabetes mellitus oder Adipositas. Wichtig dabei ist die Folgen an den Endorganen zu vermeiden. Die Endorgane wären das Auge (kann bis zur Blindheit führen), die Niere (kann bis zum Nierenversagen führen)und das ZNS (Wesensveränderungen -> Aggressivität, viel miauen, unsicheres Gangbild, Epilepsie oder Ohnmachtsanfälle).  

Eine zentrale Rolle spielen hier jedoch die Veränderungen am Herzmuskel.  Über 70 % der Katzen mit Hypertension leiden später an einer sekundären Veränderung des Herzmuskels. Zudem kann es zu Einblutungen und Schäden am Auge führen, die Nieren können geschädigt werden und auch das zentrale Nervensystem ist mit betroffen. Aufgrund der oben genannten Tatsachen sollte die Blutdruckmessung ab einem Alter von 7 Jahren regelmäßig in die Routinediagnostik zum Beispiel beim Impfen mit aufgenommen werden. Je früher das Problem erkannt wird, desto weniger Folgeschäden entstehen an den Endorganen. 

Aufgrund der oben genannten Tatsachen sollte die Blutdruckmessung ab einem Alter von 7 Jahren regelmäßig in die Routinediagnostik zum Beispiel beim Impfen mit aufgenommen werden. Je früher das Problem erkannt wird, desto weniger Folgeschäden entstehen an den Endorganen.   
 Die Blutdruckmessung an sich stellt ein schmerzloses und stressfreies Verfahren für das Tier dar. Eine Sedierung iist dafür nicht notwendig. Sollte ein Problem vorliegen, stellt eine frühzeitig eingeleitete Therapie eindeutig eine lebensverlängernde Maßnahme dar, da Sekundärschäden an den Endorganen auf ein Minimum reduziert werden.

Die Blutegeltherapie, auch Hirudotherapie, hat eine über 2000-jährige Tradition. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde diese zunächst verdrängt, da durch die Entwicklung moderner Medikamente wie Penicilline und ähnliche Antibiotika sowie Schmerzmittel diese Therapieform die Blutegeltherapie in den Hintergrund getreten ist. Heutzutage erlebt diese eine Renaissance.

Der Speichel enthält einige Sekrete, die man sich für eine Therapie zunutze machen. Dazu zählen vor allem

Hirudin  (Hemmung der Blutgerinnung)

Calin (gerinnungshemmend, durch die Nachblutung wirkt es wundreinigend)

Eglin (Gerinnungs- und entzündungshemmend)

Orgelase (Bakterizid, verstärkt den Lymphstrom)

Apyrase (Thrombozytenaggregationshemmer)

Hyaluronidase (geringgradig antibiotisch Eigenschaften)

Histaminähnliche Substanzen (Gefäßerweiterung um die Saugstelle)

Aus dieser Vielzahl an wirksamen Substanzen im Speichel ergeben sich eine Vielzahl an Einsatz-möglichkeiten, wie zum Beispiel:

Gelenk- und Sehnenentzündungen

Akute Diskopathie

Arthrosen/Arthritis

Myogelosen

Ekzeme

Wundheilungsstörungen

Vor allem für ältere Tiere mit weiteren Vorerkrank ungen wie zum Beispiel im Bereich der Leber oder Niere kann es von Vorteil sein, wenn ich im Schmerzmittelsektor sparend arbeiten kann. Beide Formen sind gegebenenfalls gut zu kombinieren.

Eine erste Wirkung tritt in einigen Fällen sofort auf, bei anderen Patienten erst nach 24 bis 48 Stunden. Bei chronischen Erkrankungen kann die Therapie alle zwei bis drei Wochen wiederholt werden.

Betroffenen Patienten müssen auf die Behandlung vorbereitet werden. Ein bis drei Wochen vor Beginn sollten Substanzen wie Cortison, Antibiotika oder auch die Spot on Präparate gegen Flöhe und Zecken ausgeschlichen werden. Mindestens zwei Tage vor der Therapie sollte auf Shampoos, Salben, aber auch auf stark riechende Zusätze im Futter wie zum Beispiel Knoblauch verzichtet werden.

Die Dauer einer Therapie beträgt circa 60 bis 90 Minuten. Die betroffene Region wird frei geschoren. Es sollten nur medizinische Egel zum Einsatz kommen. Diese sind nicht frei erwerblich, da sie im weitesten Sinne dem Arzneimittelgesetz unterliegen.

Eine Nachblutung an der betroffenen Stelle für bis zu 12 Stunden ist normal. Somit sollte das Tier an dem Tag noch etwas unter Kontrolle sein.

Leider gibt es auch Ausnahmen, wo für betroffene zwar die Indikation gegeben ist, aber andere Faktoren dagegesprechen. Dazu zählen vor allem:

Hunde unter 5 kg

Eine gerinnungsstörende Grunderkrankung

Gerinnungshemmende Medikamente

Diabetes

Anämie

Niereninsuffizienz

Einige Tumorarten

Es sollte also zunächst einmal ausgiebig geprüft werden, ob diese Therapieform geeignet ist oder nicht. Sprechen Sie mit ihrem Tierarzt, der wird beratend tätig sein.